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SUMMARY:16.08. – 25.10.: Maggy Mauritz: … und ich bin auch Malerin!
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DESCRIPTION:Maggy Mauritz
… und ich bin auch Malerin!
Eine Retrospektive
Kuratiert von Frédéric Acquaviva
16. August – 25. Oktober 2026
Im Küefer-Martis-Huus
Die 1941 geborene Maggy Mauritz war wie ihr Mann Roberto Altmann Mitglied
der Lettristischen Bewegung in Paris. Sie ist eine der ersten
Künstlerinnen, die für ihre lettristischen Werke Sprayfarbe verwendet und
damit Street-Art-Techniken vorweggenommen hat. In der von Frédéric
Acquaviva kuratierten Ausstellung werden ihre Arbeiten erstmals in einer
Einzelausstellung gezeigt. Wie ihr 2023 verstorbener Ehemann ist sie
Bürgerin von Ruggell.
So 16. August, 15 Uhr
Ausstellungseröffnung
mit Präsentation des Werkverzeichnisses
Begrüssungsworte
Christian Öhri, Vorsteher der Gemeinde Ruggell
Buchvorstellung
Frédéric Acquaviva, Komponist, Lettrismus-Historiker, Kurator der
Ausstellung und Herausgeber des Werkverzeichnisses
Zur Ausstellung
Maggy Mauritz im Gespräch mit Johannes Inama, Leiter des
Küefer-Martis-Huus

Dialogführungen mit Maggy Mauritz
So 06. September, 15 Uhr
So 11. Oktober, 15 Uhr

Biografie:
Margarethe „Maggy“ Mauritz wurde 1941 im sudetischen Böhmen geboren.
Nach der Vertreibung der Sudetendeutschen lebte sie ab 1946 zehn Jahre in
einem Flüchtlingslager bei Stuttgart. Später erlernte sie unter anderem
Stenografie, die später eine wichtige Rolle in ihrem künstlerischen Werk
spielen sollte.

1962 kam sie als Au-pair nach London, wo sie durch Museumsbesuche –
insbesondere den Rosetta-Stein im British Museum – entscheidende
künstlerische Impulse erhielt. 1963 zog sie nach Paris und arbeitete als
Sekretärin für den Verleger Robert Altmann. Dort begegnete sie dem
Lettrismus und begann autodidaktisch eigene Werke zu schaffen. Obwohl sie
wegen ihrer beruflichen Reisen nur eingeschränkt am Gruppenleben
teilnehmen konnte, stellte sie ihre Arbeiten ab 1965 gemeinsam mit der
lettristischen Bewegung aus.

Ihr Werk der Jahre 1963 bis 1974 umfasst Gemälde, Arbeiten auf Papier,
Objekte und Druckgrafiken, die in bedeutenden Ausstellungen in Paris,
Vaduz, Berlin, Hamburg und anderen Städten gezeigt wurden. Dennoch wurde
ihr Name in zeitgenössischen Dokumenten häufig verschwiegen oder
ausgelassen – selbst bei Ausstellungen und Projekten, an denen sie
maßgeblich beteiligt war. Auch nach ihrer Heirat mit Roberto Altmann im
Jahr 1970 blieb ihre künstlerische Leistung weitgehend im Schatten ihres
Mannes.

Erst ab 2019 wurde die Qualität und Bedeutung ihres Werkes umfassend
wiederentdeckt. Heute gilt Mauritz als eine der wichtigsten, aber lange
übersehenen Künstlerinnen des Lettrismus. Besonders hervorzuheben sind
zwei innovative Leistungen:

 	Sie war bereits ab 1966 eine der ersten Künstlerinnen, die Sprühfarbe
und Schablonen für Buchstaben- und Zahlenkompositionen einsetzte und damit
als frühe Pionierin der Graffiti-Kunst gelten kann.
 	Sie integrierte Stenografie systematisch in ihre hypergraphischen
Arbeiten und entwickelte damit eine einzigartige Form der Schriftkunst,
noch bevor ähnliche Ansätze bei bekannteren Künstlern sichtbar wurden.

Nach der Geburt ihrer Kinder und ihrem Engagement als Mitorganisatorin
zahlreicher Ausstellungen in Liechtenstein trat ihre eigene künstlerische
Produktion zeitweise in den Hintergrund. Nach der Trennung von Roberto
Altmann 1982 begann sie jedoch erneut intensiv zu arbeiten. Seit den 1980er
Jahren entstand ein umfangreicher zweiter Werkkomplex mit zahlreichen
Gemälden, Objekten und Rekonstruktionen früher Arbeiten.

Das Gesamtwerk von Maggy Mauritz umfasst heute rund 464 bekannte Arbeiten
und stellt das erste vollständige Werkverzeichnis einer lettristischen
Künstlerin dar. Kunsthistoriker sehen sie inzwischen als zentrale Figur
des Lettrismus und als bedeutende Pionierin der Schrift-, Spray- und
Graffiti-Kunst. Ihr Lebensweg steht zugleich exemplarisch für die lange
Unsichtbarkeit vieler Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts und deren späte
Anerkennung.

 

Werkverzeichnis:
Frédéric Acquaviva (Hrsg.): Maggy Mauritz. Œuvres lettristes
(1963-2025)

Werkverzeichnis mit einer umfassenden Zusammenstellung von 464 bekannten
Arbeiten, die Maggy Mauritz im Laufe von mehr als sechs Jahrzehnten
geschaffen hat. Der Band enthält neben rund 600 Farbabbildungen einen Text
von Frédéric Acquaviva und ein Interview, das er mit Maggy Mauritz
geführt hat.

Dreisprachige Ausgabe (englisch, deutsch, französisch), DNA Verlag,
Vertrieb Les Presses du Réel, 2026

320 Seiten (ill.), ISBN : 978-2-37896-695-9

 

Frédéric Acquaviva, geboren 1967, ist neben seiner Tätigkeit als
Klangkünstler und Komponist experimenteller Musik zu einem der
wesentlichen Protagonisten der Wiederentdeckung der historischen
Avantgarde, insbesondere des Lettrismus geworden. Er editiert Bücher,
kuratiert Kunstausstellungen, organisiert Veranstaltungen, hält Vorträge,
erstellt Werkverzeichnisse und bibliografische Datenbanken.

 
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