Friedemann Malsch, Direktor des Kunstmuseum Liechtenstein, führt durch die Ausstellung

Heureux Danger
Werke aus der Sammlung des Kunstmuseum Liechtenstein im Küefer-Martis-Huus
26. November 2010 bis 6. Februar 2011

Das Ausstellungsprojekt findet im Rahmen einer Reihe statt, in der die Gemeinden mit Werken aus der Sammlung des Kunstmuseum Liechtenstein arbeiten und diese in einer eigenen Ausstellung präsentieren können. In Ruggell wurde die derzeit laufende Ausstellung „Zuflucht auf Raten. Liechtenstein und die Juden“ zum Anlass genommen, den thematischen Rahmen zu wählen.

„Heureux Danger“ ist der Titel eines Gemäldes von Francis Picabia, das die Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts und die Position des Künstlers zwischen ungehemmter Experimentierlust, dem Aufbrechen aller Ordnungen und der massiven Bedrohung durch das daraus entstehende Chaos in sich birgt. Das Bild stammt aus der Sammlung von Robert Altmann, dessen Eltern 1938 die liechtensteinische Staatsbürgerschaft erworben hatten und so der Verfolgung durch die Nationalsozialisten entkommen konnten.

Robert Altmann war als Verleger, Mäzen und Sammler eine international geachtete Persönlichkeit und war auch selbst künstlerisch tätig.  Robert Altmann, der in Frankreich, der Schweiz und auf Kuba gelebt hat und seit 1951 in Viroflay bei Versailles wohnt, ist Liechtenstein stets verbunden geblieben. In Vaduz wurde 1968 seine wegweisende Ausstellung «Das Buch als Kunst» gezeigt, verbunden mit einer Lesung Paul Celans, einem der vielen bedeutenden Dichter- und Künstlerfreunde Altmanns. Hier baute der kubanische Stararchitekt Ricardo Porro, Schöpfer der berühmen Kunstschulen in Havanna, im Auftrag Altmanns auch sein erstes Gebäude in der Alten Welt, das „Centrum für Kunst“, wo 1974 bis 1979 unter der Leitung von Altmanns Sohn, dem Künstler Roberto Altmann, Ausstellungen stattfanden.

Robert Altmann ist Liechtenstein stets verbunden geblieben. Das Kunstmuseum Liechtenstein hat Teile seiner Sammlung als Dauerleihgaben, ergänzt von Schenkungen durch Robert Altmann erhalten. Daraus werden im Küefer-Martis-Huus neben dem Bild von Francis Picabia auch Werke von Isidore Isou, Man Ray und Gil Wolman gezeigt. Ergänzt werden diese durch Arbeiten von Altmanns Sohn Roberto und anderen Künstlern mit jüdischem Hintergrund wie Otto Freundlich, Meret Oppenheim, Carol Rama und Christian Boltanski. Thematisch erweitert werden sie durch einen Auszug aus einer Arbeit von Jochen Gerz mit dem Titel „EXIT. Das Dachau-Projekt“.

Termin(e):
Freitag, 21.01.2011 18:00
21.01.2011 18:00

Veranstaltungsort:

Kulturtenn Küefer-Martis-Huus