Scheduled Allgemein Musik

dargeboten vom TRIO IASAMANI Lja Shugliashvili, Tamuna Tolordava, David Shugliashvili und den beiden Musikern Nana Mzhavanadze und Temur Maisashvili

Mittwoch, 26. September 2018, 20 Uhr
Küefer-Martis-Huus, Ruggell
Eintritt frei / Kollekte
im Rahmen der 2. Triennale. In Zusammenarbeit mit visarte Liechtenstein

Die georgische Sängerin und Komponistin INOLA GURGULIA (1929 – 1977) gilt als eine Art „Edith Piaf“ von Georgien.

Sängerinnen gab es in der Sowjetunion viele, aber Songwriterinnen waren etwas Außergewöhnliches. Inola Gurgulia (1929-1977) aus Georgien war da eine Ausnahme. Etwa 100 Lieder hat sie geschrieben. Bekannt wurde sie mit Liedern für Filme, denn sie wurde von den Behörden als nicht-professionelle Sängerin eingestuft, was ihr große Auftrittsmöglichkeiten und Studioproduktionen verwehrte. Im Familienarchiv – ihr Mann Mikheil Shugliashvili galt als erster Avantgarde-Komponist des Landes – haben sich privat produzierte Aufnahmen erhalten, die Inola Gurgulias Sohn David Shugliashvili – selbst ein führender Volksmusikforscher – auf CD herausgebracht hat.

Ija und Davit Shugliashvili und seine Frau Tamar Tolordawa bilden seit 1985 das Trio Iasamani. Die Schauspielerin Ija (geb.1967), ihr Bruder Dato (geb.1964), der auch Mitglied des Anchiskhati Chors ist und Tamar (geb.1961), die Musikgeschichte am Konservatorium in Tbilisi studierte, singen Lieder, die als „städtische Folklore“ bezeichnet werden. Eine Gesangsform, die auf der funktionellen Tonalität der traditionellen georgischen Musik basierend, eine Anlehnung an die europäische Klassik (etwa der italienischen Oper) ist. Schon im 19. Jht. in einigen Städten populär geworden, hat die „städtische Folklore“ in den 60ger Jahren einen Aufschwung erfahren. In ganz Georgien, vor allem aber in Tblisi, trägt man sie bis heute bei gesellschaftlichen Anlässen vor.
Diese Lieder, manchmal von unbekannter Herkunft, manchmal vertonte Texte verehrter Dichter oder musikalisch lyrische Entwürfe eines Autoren, werden von allen Generationen geliebt. So auch die favorisierten Stücke des Trios Iasamani, die von Ijas und Davits Mutter, der Sängerin Inola Gurgulia stammen.
Die poetischen Lieder von Inola Gurgulia, oft als „Edith Piaf Georgiens“ bezeichnet, sind intime und aufmerksame Skizzen aus dem Leben. Das Resultat ihrer kreativen Arbeit sind um die hundert Stücke, die seit ihrem Tod zum festen Bestand des Trios Iasamani gehören.
Ihre Chansons sind meisterhaft einfache Spiegelungen einer melancholischen Seele mit dem unbedingten Wunsch sich anzuvertrauen. Wenige Monate vor ihrem Tod aufgezeichnet, werden ihre Lieder heute von dem Trio Iasamani gesungen. Ihr letzter Wunsch geht damit in Erfüllung, „Singt meine Lieder, damit ich ewig lebe.“

Das Trio Iasamani tritt im Küefer-Martis-Huus zusammen mit Temur Maisashvili und Nana Mzhavanadze auf.

https://www.youtube.com/watch?v=w3Oa_2fWjcY
https://www.youtube.com/watch?v=AB2-nKLov80