Veränderungen unterschiedlichster Art – ökonomisch, ökologisch, kulturell – prägen heute die Entwicklung regionaler und lokaler Zusammenhänge im Alpenraum. In der grenzüberschreitenden Region Rätikon lässt sich dies besonders prägnant beobachten: prosperierende Regionen wie das Rheintal finden sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu alpinen Abwanderungsgebieten, zunehmend ökonomisch strukturschwache Bergregionen grenzen an dynamische Wirtschaftszonen. Wie können angesichts dieser gegenläufigen Entwicklung die für die Berggebiete entstandenen Herausforderungen gemeistert werden? Und welche Szenarien braucht es, um eine nachhaltige Zukunft für das Leben in den Berggebieten zu ermöglichen? All diese Fragen werden auch im Rahmen des gerade angelaufenen Projekts zum „Internationalen Naturpark Rätikon“ diskutiert.

Mit der Zukunftsakademie Rätikon werden Denk- und Verfahrensweisen aus Künsten und Wissenschaften für die Erkundung und Bildung solcher Szenarien fruchtbar gemacht: konkret und vor Ort soll ein Beitrag zur Förderung nachhaltiger Entwicklungen geleistet werden und die Lokalbevölkerung zu kulturellen, ökonomischen und grenzüberschreitenden Impulsen und produktiven Bewusstseinsverschiebungen ermuntert werden.

Ein entsprechendes Pilotprojekt fand im Sommer 2017 in Schuders/Graubünden statt: Eine Gruppe aus sechs Masterstudierenden unterschiedlicher Hochschulen mit künstlerischem, wissenschaftlichem und gestalterischem Hintergrund entwickelten für drei Wochen Zukunftsideen für den Ort. Die Akademiemitglieder waren bei der lokalen Bevölkerung untergebracht und auch für jeweils zwei Tage pro Woche in deren Arbeitszusammenhängen eingebunden. In der sonstigen Zeit diente den Akademiemitgliedern das Schuderser Pfrundhaus als Denkwerkstatt und Ausgangspunkt für Recherche und Konzeptarbeit. Im Rahmen von öffentlichen Stammtischen und offenen Werkstätten wurde die Projektarbeit fortlaufend in die Gemeinde kommuniziert und diskutiert, Gäste aus den Bereichen Regionalentwicklung, Alpenpolitik und Wissenschaft unterstützten die Studierenden in Workshops.

Am 14. November um 17 Uhr werden die Ergebnisse der ersten Zukunftsakademie Rätikon im Küefer-Martis-Huus präsentiert und zur Diskussion gestellt – insbesondere auch mit Blick auf mögliche Folgeprojekte in anderen Regionen des Rätikons und der Verbindung mit dem aktuell im Aufbau befindlichen grenzüberschreitenden Naturpark Rätikon.

 

Das vom Verein ?Zukunftsakademie Rätikon“ getragene Projekt wurde von der Gemeinde Schiers, der Region Prättigau-Davos, der Internationalen Bodenseekonferenz sowie dem creativealps_lab (Zürcher Hochschule der Künste) unterstützt. Partner waren dabei das Küefer-Martis-Huus in Ruggell/LIE, das Vorarlberg Museum in Bregenz/A sowie das berg_kulturbüro in Ramsau/D.

 

Information: zukunftraetikon.blog


Termin(e):
Dienstag, 14.11.2017 17:00
14.11.2017 17:00