So 31. Mai, 15 – 19 Uhr
Smartphone Finger Massage – Partizipative Performance / Intervention von MUELLER-DIVJAK (Jeanette Müller & Paul Divjak)
Der Beitrag lädt Besucher*innen ein, ihr digitales Gerät aus der Hand zu geben und in einer besonderen Atmosphäre eine analoge, sensorische Erfahrung zu machen. „Bezahlt“ wird die Massage mit einem auf dem Smartphone gespeicherten Foto, das für den/die Besucher*in „Verbundenheit“ symbolisiert und temporär im Raum projiziert wird.
Vor dem Hintergrund der Herausforderungen, die durch die (übermäßige) Nutzung von Smartphones entstehen, hat das Künstler*innen- Forscher*innen-Duo die Smartphone Finger Massage als Methode zur Förderung der verkörperten Erfahrung im Hinblick auf Systembewusstsein entwickelt.
In besonderer Atmosphäre, definiert durch Licht, Umgebungsgeräusche und subtile Duftnoten, werden die Ausstellungsbesucher*innen eingeladen, ihre Smartphones beiseite zu legen, um eine direkte physische Erfahrung zu genießen. „Bezahlt“ wird mit einem auf dem Smartphone gespeicherten Foto, das für den / die Einzelnen für „Verbundenheit / Vernetzung“ steht – dafür, wie Dinge, wie Lebewesen oder Kräfte sich gegenseitig beeinflussen. Das Bild wird auf die Wand gegenüber den Besucher*innen projiziert, wodurch ein ganz persönlicher (Erfahrungs-)Raum geschaffen wird.
Die Smartphone Finger Massage selbst besteht aus einer Massage der Handflächen und Finger – mit dem Ziel, Verspannungen zu lösen und das Bewusstsein der Benutzer*innen für ihre Körperempfindungen zu schärfen. Die Smartphone Finger Massage greift thailändische Massagetechniken auf, die MUELLER-DIVJAK während Feldforschungen und Workshops in Südostasien erlernt haben. Sie ermöglicht die vertrauensvolle Beziehung zum Gegenüber und trägt dazu bei, eine tiefere sensorische Verbindung zu sich selbst und der unmittelbaren Umgebung aufzubauen. Die taktile Intervention begünstigt Ruhe, fördert Präsenz und Bewusstsein, vermittelt grundlegende Prinzipien der Systemtheorie in Bezug auf Entitäten, Grenzen und Beziehungen und bereitet darauf vor, die Ausstellung HandFest mit wachen Sinnen zu erleben.
Das Projekt entstand im Rahmen von SENSING LIVING SYSTEMS – Exploring the Potentials of Multisensory Scenography for Systems Awareness, das am AIL, Angewandte Interdisciplinary Lab (Universität für Angewandte Kunst Wien) verortet ist und auf der GST – General Systems Theory von Maria und Ludwig von Bertalanffy (1968) basiert.
